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Zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Burscheid

Vor 80 Jahren wurde der im Jahr 1939 von Deutschland losgetretene Krieg zum „Welt“-Krieg: Landrat Stephan Santelmann und Burscheids stellvertretende Bürgermeisterinnen Stela Ignatz und Heidi Neumann sowie Pastor Lukas Schülbe gedachten der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft bei zentraler Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Burscheid

Landrat Stephan Santelmann hält die Gedenkrede zum Volkstrauertag 2021 im „Haus der Kunst“ in Burscheid.

Rheinisch-Bergischer  Kreis. Anlässlich des diesjährigen Volkstrauertages gedachten Landrat Stephan Santelmann, Burscheids 1. stellvertretende Bürgermeisterin Stela Ignatz und 2. stellvertretende Bürgermeisterin Heidi Neumann sowie Pastor Lukas Schülbe der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft bei einer zentraler Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Burscheid. Im Rheinisch-Bergischen Kreis richteten diese der Kreisverband Rhein-Berg und der Ortsverband Burscheid des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gemeinsam aus. Sie  fand statt im ,Haus der Kunst‘ in Burscheid.  

Für die musikalische Gestaltung sorgte Kantor Reiner Vallo mit Vorträgen am Klavier. Die Gedenkreden hielten Landrat Stephan Santelmann und Pastor Lukas Schülbe von der freikirchlichen evangelischen Gemeinde Burscheid. Die Gedenkstunde stand im Zeichen der Erinnerung an den besonders grausamen und verlustreichen Angriffs- und Vernichtungskrieg in Ost- und Südosteuropa.

Vor 80 Jahren begann er mit der Besetzung von Jugoslawien und Griechenland sowie dem Überfall auf die Sowjetunion. Santelmann gedachte in seiner Gedenkrede dem „Massaker von Babyn Jar“, der größten Massenerschießung des Zweiten Weltkrieges in einer Schlucht nahe bei der ukrainischen Hauptstadt Kiew gelegenen. Der Massenmord an unschuldigen jüdischen Männern, Frauen und Kindern zog sich über 36 Stunden und war erst am darauffolgenden Tag beendet, – fast 1.000 Erschießungen pro Stunde.  
Santelmann mahnte: „Jeder Einzelne von uns muss dazu beitragen, dass so etwas niemals wieder geschieht!“ Er verwies dabei auf die diesjährigen Feiern zu „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und dem gleichzeitigen Erleben eines wachsenden Antisemitismus. Deutlich sichtbare Zeichen dafür seien die Anschläge auf die Synagogen in Halle und Ulm, die Angriffe auf Kippa-Träger oder die Schändung jüdischer Friedhöfe. Bis hinein in die Mitte der Gesellschaft haben sich antisemitische Ressentiments erhalten. „Ich finde, wir alle müssen hier Zeichen setzen! Wenn unser Gedenken an die Barbarei heute einen Sinn enthält, dann sicherlich diesen: Wir müssen achtsam bleiben! Wir müssen allen Aussagen in unserem Umfeld widersprechen, die antisemitische Vorurteile enthalten! Setzen Sie sich mit mir dafür ein, dass antisemitische Haltungen hier geächtet werden. Damit solche Pogrome nie wieder stattfinden!“  

Der einzige Weg, der bleibe, sei, dafür einzutreten, dass sich Krieg und Diktatur nicht wiederholen können. „Wir müssen uns mit aller Kraft – im Inneren für Demokratie und Toleranz – und im Äußeren für Verständigung und Versöhnung engagieren!“, appellierte Santelmann.  

Im Anschluss an die Gedenkfeier legten Landrat Santelmann, Pastor Schülbe sowie die Bürgermeisterinnen Ignatz und Neumann auf dem Deutschen Ehrenfriedhof und an der Russischen Kriegsgräberstätte auf dem Burscheider Friedhof die Kränze des Kreis- und Ortsverbandes nieder. Dabei erinnerten sie neben den vielen Millionen Toten der beiden Weltkriege, auch an die Opfer, die heute – offen oder verdeckt – unter Terror, Hass und Unterdrückung leiden: „Bleiben wir ihnen verbunden im Bewusstsein unserer dauerhaften Verpflichtung für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einzutreten!“, so Landrat Stephan Santelmann. „Aus der Geschichte gilt es zu lernen! Gedenktage wie der Volkstrauertag fordern uns auf, aus dem Schicksal der Toten eine Lehre für die Zukunft zu ziehen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Worte das nötige Verständnis bei all jenen finden, die Verantwortung für eine friedliche und gerechte Welt tragen!“

 

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von der Pressestelle Rheinisch-Bergischer Kreis (Text und Bilder)

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